Ella – die Geschichte einer Eisdiele

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Nun ist es endgültig: ella@BW ist Geschichte. Neben aller Enttäuschung um den gescheiterten Versuch das digitale Lernen im Musterländle auf ein zeitgemäßes Niveau zu bringen, muss man für die Wiederentdeckung des Konjunktivs dankbar sein.

So viel „hätte, wäre, würde, könnte“ hat man schon lange nicht mehr gehört. Einige fühlten sich gar in die Zeiten Peer Steinbrücks („hätte, hätte Fahrradkette“) versetzt.

Doch ist nicht nur das Scheitern nach vollmundigen Ankündigungen peinlich, sondern es sind Erwartungen geweckt worden, deren Erfüllung sich vielleicht nun nicht mehr auf den St. Nimmerleinstag vertrösten werden lassen können. Und wenn wir schon bei den Konjunktiven und den unerfüllten Wünschen sind, dann könnten Sie sich auch auf eine kleine Geschichte einlassen.

Also, stellen wir uns einmal vor, ella@BW wäre eine Eisdiele (da ist er ja schon wieder, dieser Konjunktiv!):

Ella – eine Eisdiele

 

Es ist ein sonniger, heißer Tag, an dem ein Vater (oder natürlich eine Mutter oder gar beide)  mit seiner Kinderschar eine längere Wanderung hinter sich gebracht hat. Am Ende braucht es noch etwas Motivation, um die quengelnden Kinder bei Laune zu halten. Ein Eis wäre da genau das richtige, dachte der Vater. Und Schwupps ist das Versprechen raus: Da gäbe es doch die ganz, ganz neue Ella, eine Eisdiele mit sagenhaftem Eis. Da sollte man hin und nirgends sonst. Und als der Vater seinen Kindern von dem Plan erzählte, war die Begeisterung groß.

Mit breiter Brust erklärte der Vater, dass Ella die beste Eisdiele der ganzen Stadt wäre, da würde sich auch der weiteste Weg lohnen. Schließlich gäbe es da sagenhaftes Eis. Und das sei nicht nur ein Gerücht, nein, er habe es sogar schon in der Schule von seinem Chef erfahren und YouTube Filme davon gesehen. Alles sagenhaft, er könne gar nicht zu viel versprechen. Die Kinder konnten sich das alles gar nicht vorstellen und fragten nach den Eissorten, die es bei Ella geben sollte. Der Vater war stolz, mehr zu wissen als seine Kinder und fing an zu berichten. Und als Vater sprach, kam man an der einen oder anderen Eisdiele der Stadt vorbei – nicht ohne sehnsüchtige Blicke auf das zu werfen, was da angeboten wurde.

Aber – Ella würde ja besser sein und zudem auch gar nichts kosten. Dort würde es das luftige Cloud- und das BigBlue-Eis geben. Ganz zu schweigen von der Collabora-Soße, die alles je Dagewesene übertreffen sollte. Während der Vater sich in immer phantastischer anmutenden Beschreibungen verlor, war man endlich angekommen. Doch statt ins Paradies einzutreten, musste man lesen: „Eröffnung auf unbestimmte Zeit verschoben“. Wie unsagbar groß war die Enttäuschung! Was nun, überlegte der Vater.

 

Was nun?

 

Hier verlassen wir die kurze Geschichte wieder. Was nun? Was bedeutet das Scheitern von ella@BW?

Sicher, das Scheitern ist eine große Enttäuschung. Aber ich vermute, dass es andere, weitreichende Folgen haben könnte. Wenn ich der Vater wäre, würde ich meine Kinder nicht frustriert zurücklassen; schließlich hatte ich ihnen etwas versprochen.

Ich würde mit Ihnen umkehren und in eine andere Eisdiele gehen. Dort wäre das Eis vielleicht nicht so phantastisch und nicht umsonst – aber es gäbe eins.

Ella@BW hat Erwartungen und Wünsche geweckt, die jetzt nicht einfach verschwinden werden. Es sind die Geister, die man rief und von denen ich glaube, dass man sie nicht mehr loswird. Man hat gezeigt, wie zeitgemäßer, digital gestützter Unterricht aussehen könnte. Man konnte einen Blick in das gelobte Land werfen, ohne es zu betreten.

Wäre es nicht selbstverständlich, wenn Schulen sich nun aktiv um Alternativen kümmerten? Und es ist ja nicht so, als ob es keine Alternativen gäbe. Inzwischen hat die eine oder andere Eisdiele schon geöffnet. Da gibt es Schulen, die den Versuchungen der Cloud von Microsoft erlegen sind, andere flüchten sich unter die Fittiche von Schul.cloud, während sich wieder andere an Selbstgemachtes wagen und sich die eigene Wolke schaffen.

Da wo heute ella nicht ist, wird nicht nichts sein, sondern andere werden mit ihren Angeboten die Lücke füllen. Je länger, je mehr.

 

Danke für Ihre Zeit!

Dieter, Pädagoge aus dem schultech Team

P.S.: Wie stehen Sie zu den Planungen einer „Bildungs-Cloud“? Sollte diese bundeweit implementiert werden? In welchem Rahmen? Welche Aufgaben sollten darüber abgewickelt werden? Ich freue mich auf jeden Kommentar!

 

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