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Hans
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DigitalPakt 2.0: Was wir aus dem ersten DigitalPakt gelernt haben
Kurz gesagt: Ausstattung allein verändert noch keinen Unterricht. Digitalisierung gelingt, wenn pädagogisches Konzept, Fortbildung und Schulentwicklung zusammenkommen. Lernräume sollten vom Unterricht her gedacht werden und die Technik muss im Alltag einfach funktionieren.
Der DigitalPakt 2.0 ist da: Bis 2030 investieren Bund und Länder 5 Milliarden Euro in die digitale Bildung. Gefördert werden Maßnahmen, die ab dem 1. Januar 2026 begonnen wurden. Die Verfahren sollen einfacher werden – mit Pauschalen statt Einzelanträgen und weniger Nachweispflichten. Wann und wie Schulträger das Geld abrufen können, regelt jedes Bundesland in seiner eigenen Förderrichtlinie.
Alle Eckdaten und häufigen Fragen zum DigitalPakt 2.0 finden Sie auf unserer Übersichtsseite.
In diesem Beitrag geht es um eine andere Frage: Was haben wir aus dem ersten DigitalPakt gelernt und was sollten Schulen und Schulträger diesmal anders machen?
Der erste DigitalPakt hat viel bewegt. WLAN, Tablets und digitale Tafeln sind an vielen Schulen heute Alltag. Doch wer in die Klassenräume schaut, sieht auch: Ausstattung allein verändert noch keinen Unterricht.
Ein iPad macht noch keinen besseren Unterricht
Im ersten DigitalPakt stand die Beschaffung im Vordergrund. Geräte wurden gekauft, Netzwerke verlegt, Displays montiert. Das war nötig. Aber nur weil jede:r Schüler:in ein Tablet hat, lernt er:sie nicht automatisch besser. Oft wurde das Arbeitsblatt einfach zum PDF, der Unterricht blieb derselbe.
Digitalisierung von Schule heißt mehr als Technik. Sie gelingt, wenn drei Dinge zusammenkommen:
- Ein pädagogisches Konzept: Was soll sich im Unterricht verändern? Wie wollen wir lernen? Wofür setzen wir digitale Medien gezielt ein und wofür bewusst nicht?
- Fortbildung: Lehrkräfte brauchen Zeit und Unterstützung, um neue Methoden auszuprobieren. Eine kurze Geräteeinweisung reicht dafür nicht.
- Schulentwicklung: Digitale Medien verändern Aufgaben, Prüfungen und Zusammenarbeit. Das muss im Kollegium gemeinsam weiterentwickelt werden.
Der DigitalPakt 2.0 trägt dem Rechnung. Neben der Ausstattung sind Unterrichtsentwicklung und Lehrkräftefortbildung eigene Bausteine des Programms. Schulen sollten diese Chance nutzen und Technik, Konzept und Fortbildung von Anfang an zusammen planen.
Ein typisches Beispiel sind HDMI-Verbindungen. Kabel werden im Alltag schnell abgezogen, umgesteckt oder nicht richtig eingesteckt. Das passiert mal aus praktischen Gründen, mal aus Versehen, mal durch Schülerinnen und Schüler. Die Folge: In einem Raum funktioniert die Dokumentenkamera plötzlich nicht mehr, in einem anderen ist das HDMI-Kabel verschwunden, in einem dritten gibt es einen Wackelkontakt.
Ein weiteres typisches Problem sind Fernbedienungen. Sie verschwinden, die Batterien sind leer, oder es ist unklar, welche Fernbedienung zu welchem Gerät gehört. Zudem sind die Fernbedienungen teilweise komplex aufgebaut und unterscheiden sich bei jedem Gerät. Hinzu kommt: Fernbedienungen geben Zugriff auf viele Einstellungen, die für den Unterricht gar nicht benötigt werden. Findige Schüler:innen können das nutzen und Lehrkräfte verunsichern, wenn plötzlich das Beamerbild um 180 Grad gedreht ist.
Den Lernraum vom Unterricht her denken
Die grüne Tafel kam raus, ein interaktives Display oder ein Beamer kam rein. So sah es während des DigitalPakt 1.0 in vielen Schulen aus. Der Raum blieb ansonsten gleich: Tafel vorne, Pult davor, Tische in Reihen. Die Technik ersetzte die Kreide, aber der Unterricht blieb frontal.
Besser ist die umgekehrte Reihenfolge: Klären Sie zunächst alle pädagogischen Fragen, dann die Technik:
- Wie soll unser Unterricht aussehen? Frontal, in Gruppen, projektorientiert, selbstorganisiert oder alles davon im Wechsel?
- Wie muss der Raum dafür aussehen? Wo wird präsentiert, wo gearbeitet, wo diskutiert? Brauchen wir mehrere Anzeigeflächen oder eine Möglichkeit, Ergebnisse aus Gruppen zu teilen?
- Welche Technik unterstützt das? Erst jetzt geht es um Displays, Projektion, Mediensteuerungen und Möbel.
Dabei lohnt es sich, nicht nur aus der Perspektive der Lehrkraft zu denken. Beziehen Sie Schülerinnen und Schüler mit ein. Sie wissen sehr genau, wann sie gut lernen, was sie im Raum stört und welche Arbeitsformen ihnen helfen. Eine kurze Umfrage oder ein Workshop mit der Schülervertretung (SV) liefert oft überraschend konkrete Ideen.
So entstehen Räume, die mehrere Unterrichtsformen tragen und nicht nur die alte Tafel in digital nachbilden.
Technik muss im Alltag einfach funktionieren
Das beste Raumkonzept nützt wenig, wenn die Technik zu Beginn der Stunde streikt. Kabelsalat, fehleranfällige Geräte und in jedem Raum eine andere Ausstattung kosten Unterrichtszeit und sorgen dafür, dass Kolleginnen und Kollegen die Technik lieber gar nicht erst nutzen.
Daraus folgt:
- Einheitliche Bedienung: Gleiche Raumstandards an der Schule senken den Schulungs- und Supportaufwand.
- Einfacher Einstieg: Die Medientechnik muss schnell, einfach und zuverlässig gestartet werden können.
- Betrieb mitplanen: Laufende Wartung wird auch im DigitalPakt 2.0 nicht gefördert (Was förderfähig ist). Langlebige, gut wartbare Technik spart über die Jahre Geld.
Fazit: Erst die Pädagogik, dann die Technik
Der DigitalPakt 2.0 ist eine Chance, es diesmal besser zu machen. Nicht mehr Geräte um jeden Preis, sondern Lernräume, die zum Unterricht passen und im Alltag zuverlässig funktionieren. Diese Fragen helfen bei der Planung:
- Welche Unterrichtsformen wollen wir in Zukunft stärken?
- Was sagen Schülerinnen, Schüler und Kollegium zu ihren heutigen Räumen?
- Welche Fortbildungen braucht das Kollegium, damit die neue Ausstattung gewinnbringend genutzt wird?
- Gibt es einen einheitlichen Raumstandard für die ganze Schule?
- Wer kümmert sich nach der Installation um Betrieb und Support?
Ihre Lernräume, gefördert durch den DigitalPakt 2.0, lassen Sie uns gemeinsam planen. Nehmen Sie gerne zu uns Kontakt auf: Wir beraten Sie unverbindlich und entwickeln mit Ihnen ein Konzept, das zu Ihrem Unterricht passt.
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