5 Tipps zur Medienerziehung

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Mittlerweile sind viele Generationen mit ihren technischen Begleitern groß geworden.

Waren es früher Schallplattenspieler, Telefon und Walkman, sind es heute das Internet, mobile Unterhaltungselektronik und soziale Netzwerke.

Schon immer dienten diese Dinge auch der Unterhaltung und Konsumbefriedigung. Die jeweilige Elterngeneration machte (und macht) sich genauso ernsthafte Sorgen um den Nachwuchs, wie sich dieser hartnäckig jedweder Warnung und Forderung nach Enthaltsamkeit verwährt(e).

Die Bildung wird täglich geringer, weil die Hast größer wird.

Friedrich Wilhelm Nietzsche

Deutscher Philosoph, Lyriker und Schriftsteller

Heute mehr als zu früheren Zeiten, bergen diese Dinge tatsächlich erhebliche Gefahren. So machen sich Eltern zurecht Gedanken über einen sicheren Zugang zum Internet und sorgen sich aus gutem Grund über den unkontrollierten Smartphonegebrauch ihres Kindes.

Gerade die heutigen Medien sind es allerdings auch, die große Bildungschancen und ein erhebliches Potenzial an gestalterischen und produktiven Möglichkeiten aufweisen. Diese zu nutzen muss das Anliegen der heutigen Elterngeneration und aller Bildungsverantwortlichen sein. Die Erfahrung, dass Handyverbote und restriktives Vorgehen bei Jugendlichen auf Abwehr stoßen und oft das Gegenteil von dem provozieren was beabsichtigt war, machen Eltern und Lehrer zur Zeit oft auf schmerzliche Art und Weise.

Wie kann Kindern und Jugendlichen nun ein verantwortungsvoller und produktiver Umgang mit neuen Medien vermitteln werden?

Mit gutem Beispiel vorangehen

 

Eltern und Erzieher müssen sich bewusst sein, dass Kinder vor allem durch Beobachtung lernen und Verhalten nachahmen.

Die Herausforderung liegt also darin, einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien vorzuleben. Dies soll nicht heißen, dass Eltern und Lehrer ihre Handys im Schrank verstecken oder sie heimlich ihre Emails checken müssten. Genau das Gegenteil sollte der Fall sein. Kinder müssen beispielsweise vorgelebt bekommen, dass es klar definierte Zeiten gibt, in denen Medien zur Entspannung und Unterhaltung oder zur Arbeit und sozialen Interaktion eingesetzt werden.

Problematisch wird es dann, wenn Erwachsene ihren eigenen Konsum nicht im Griff haben oder suchtähnliches Verhalten zeigen, indem sie beispielsweise das Handy heimlich benutzen.

Wenn Papa es auf dem Spielplatz nicht schafft sich auf das Spielen im Sandkasten zu konzentrieren, weil er ständig den Facebookstatus überprüft, lernt das Kind seine Prioritäten entsprechend zu setzten.

 

Medien als Bereicherung betrachten

 

Viele Schulen sind stolz auf die Einführung von Handyverboten und Eltern werden angehalten, strikte Regeln für den Medienkonsum einzuführen. Der Begriff der ‚Digitalen Demenz‘ ist in aller Munde und einige Bildungsexperten schlagen Alarm, ob des negativen Einflusses von Medienkonsum auf das Bildungsniveau des Nachwuchses.

Leider übersehen viele Experten, welche Chancen in einer didaktisch hinterdachten und produktiv ausgerichteten Mediennutzung liegen. Den Gebrauch von Medien mit exzessivem Medienkonsum gleichzusetzen wäre genauso, als würde man dem Lesen generell den Bildungsgehalt absprechen, weil es bei Übertreibung den Augen schadet und Sozialkontakte verhindert.

 

Einen produktiven Umgang mit Medien fördern (und fordern)

 

Die aktuellen Bestrebungen der Bildungsplanexperten, Medien in den Unterricht zu integrieren, sind ein sinnvoller Schritt hin zu einem produktiven Umgang mit neuen Medien. Jugendlichen, Lehrern und Eltern wird so vor Augen geführt, dass die technischen Geräte von heute ein Werkzeug sind, um

(-) Webseiten zu erschaffen

(-) Wissen nachzuschlagen

(-) Inhalte zu teilen

(-) den Unterricht interessanter zu gestalten

(-) ihn zu differenzieren und zu individualisieren

(-) Sprachen zu lernen

(-) Interessen zu fördern

(-) Freundschaften zu pflegen,

(-) Horizonte zu erweitern und vieles mehr.

Woran es oftmals noch fehlt ist eine professionelle Herangehensweise, weil die Entwicklung von Unterrichtsmaterial, geeigneten (für Jugendliche ansprechende) Angeboten und einem didaktisch/methodischem Rahmen der technischen Entwicklung hinterherhinkt. Dies darf jedoch nicht zur Kapitulation führen, die in Verboten mündet oder die technische Entwicklung als schlichtweg schlecht abstempelt.

Vielmehr sind die Entscheidungsträger, Verlage und Medienentwickler gefragt, das Potenzial neuer Medien zu erkennen, Inhalte zu schaffen und Medien als das einzusetzen was sie sind: Die Realität unserer wirtschaftlichen, sozialen und politischen Gegenwart und Zukunft.

 

Verantwortung übertragen

 

Kinder wollen schon früh Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen und die Bildungsforschung zeigt, dass Jugendliche dann besonders gut lernen, wenn man sie an Entscheidungsprozessen beteiligt und Sie Ihre Lernerfahrung aktiv mitgestalten können.

Angepasst an den Entwicklungsstand der Heranwachsenden sollen Erziehungsverantwortliche demnach so handeln, dass sie zusammen mit den Jugendlichen Mediennutzung reflektieren und Regeln festlegen.

Verbote könne so gemeinsam formulierten Regeln Raum geben, welche sich an Werten orientieren, die für alle Beteiligten Gültigkeit haben. Natürlich ist ein solcher Prozess mit etwas Geduld und Arbeit verbunden, in dem beide Seiten Kompromisse eingehen müssen.

 

Gefahren klar ansprechen und über Risiken aufklären

 

Ein verantwortungsvoller Umgang mit neuen Medien setzt voraus, dass Kinder über deren Chancen und Risiken gleichermaßen Bescheid wissen.

Hier sind sowohl Eltern als auch Schule gefordert, altersgerecht aufzuklären und zielgruppengerecht zu informieren. Bereits junge Kinder erkennen, dass Beleidigungen im Netz ebenso verletzen wie Beschimpfungen im realen Leben.

Präventionsarbeit und Aufklärung in den Bereichen Cybermobbing, Gaming-Sucht, Pornokonsum und Internetsicherheit sind nur einige Felder, die eine große Herausforderung für Jugendarbeit und Schule darstellen und uns in Zukunft immer mehr beschäftigen werden.

Ganz allgemein kann man davon ausgehen, dass ein liebevolles, ansprechendes und abwechslungsreiches Umfeld die beste Prävention ist. Wenn Kindern Handlungsalternativen bereitstehen und ein gesundes soziales Umfeld vorhanden ist, schwindet generell die Gefahr von unkontrolliertem und suchtähnlichem Verhalten.

 

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